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Spannende Diskussionsrunde zum Thema "Fußball und Politik" beim 21. StadionGespräch An der Alten Försterei

Berlin, 10. Oktober 2018. Politik und Fußball? Fußball und Politik? Was sagt uns der Zustand des deutschen Fußballs über den Zustand von Politik und Gesellschaft in Deutschland? Zu dieser Fragestellung diskutierten am 10. Oktober 2018 hochkarätige Gäste im Rahmen des 21. StadionGesprächs An der Alten Försterei.

Der Wirtschaftsrat 1. FC Union begrüßte dazu auf dem Podium  

  • Claudia Roth, einstige Bundesvorsitzende der Partei Bündnis 90/Die Grünen und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages – und Fußballfan,
  • Ewald Lienen, einst „der“ deutsche Fußballspieler mit politischem Bewusstsein, heute Technischer Direktor beim FC St. Pauli,
  • Marina Schweizer, Mitglied der Sportredaktion des Deutschlandfunks, die sich intensiv mit dem Thema „Fußball und Politik“ befasst hat,
  • Prof. Dr. Sebastian Braun, Universitätsprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin und dort Leiter der Abteilung Sportsoziologie am Institut für Sportwissenschaft, erst jüngst Gast im Stadion An der Alten Försterei zum Thema „Fußball und Religion“ sowie
  • Dirk Zingler, Präsident des 1. FC Union Berlin.

Die Moderatoren Dirk Fischer, Vorsitzender des Wirtschaftsrates, und Ulrich Leidholdt, ehemaliger Korrespondent im ARD-Hauptstadtstudio, leiteten den Abend mit provokanten Fragestellungen und Thesen ein: Ist der Fußball in Deutschland zu bequem geworden? Hat sich der deutsche Fußball von der positiven Entwicklung der letzten Jahre einlullen lassen - so wie Politik und Gesellschaft vom vermeintlich ewigen Wirtschaftsaufschwung? Gleicht das Auftreten der Fußballnationalmannschaft bei der WM vielleicht Politikern, die Europa und der Welt vorschreiben wollen, was sie zu tun haben? Oder der deutschen Automobilindustrie, die glaubt, dass der Konsument sich auch an offensichtlichen Betrugsmanövern schon nicht stören würde? Und ist der Deutsche Fußballbund ein ebenso schwergewichtiger Tanker geworden wie die deutsche Gesellschaft? Haben wir also unseren Fußball so verdient wie unsere Politiker? Oder ist das alles nur wieder typische deutsche Schwarzmalerei, die jeden Rückschlag gleich zum Anlass nimmt, eigene Grundüberzeugungen in Frage zu stellen?

In einer spannenden Diskussion vor rund 120 Zuschauern entwickelte sich unter den Teilnehmern ein intensiver Schlagabtausch zu diesen Thesen. So erläuterte Dirk Zingler das unlängst veröffentlichte Thesenpapier des 1. FC Union Berlin zum geforderten Kurswechsel für den deutschen Profifußball, dessen wesentliche Inhalte von Ewald Lienen mit Nachdruck unterstützt wurden. Claudia Roth forderte eine klare Abgrenzung des Fußballs von Rechtspopulisten. Prof. Sebastian Braun erläuterte seine Auffassung von den Vereinen als „Schule der Demokratie“ und Marina Schweizer stellte die Bedeutung des Sports für die Entwicklung der Gesellschaft heraus. Einigkeit bestand darin, dass Sportvereine Aufgaben haben übernehmen müssen, aus deren Erfüllung sich die Politik in den letzten Jahren allzu sehr zurückgezogen hat. Und schließlich machten auch die Gäste im Publikum intensiv von der Gelegenheit Gebrauch, mit den Protagonisten vor und nach der Veranstaltung ebenso persönlich wie kontrovers ins Gespräch zu kommen.

Wir bedanken uns bei unseren Podiumsgästen und Moderatoren für eine sehr interessante und auch aufschlussreiche Veranstaltung.

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